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Slayer in der Sick-Arena Freiburg

Slayeeeeeeer! Wie sonst sollte man diese Review beginnen? Auf der Final-World-Tour hat die Metal-Ikone Slayer auch in Freiburg haltgemacht und ein Line-Up mitgebracht, bei dem wirklich jede Band den Titel „Headliner“ verdient hätte.

Los ging es pünktlich um 18:50 Uhr mit Obituary aus Florida. Jeder, der sich in irgendeiner Art mit der Stilrichtung Death Metal beschäftigt, kommt um diesen Namen wohl nicht rum. Die Sick Arena war schon richtig gut gefüllt, es wurde extra eine große Sitztribüne installiert und vor der Bühne liefen bereits die ersten Nackenmuskeln heiß. Obituary gibt es übrigens seit 1984, und sie sollten nur die zweitjüngste Band des Abends sein.
» Bühnenjahre nach Band 1: 34

Als Zweites enterte Anthrax die Bühne in der Sick Arena und hier wurde es zum ersten Mal so richtig laut. Natürlich kannte jeder in der Halle die Thrash-Metal-Combo aus New York. In den vorderen Reihen war nun richtig Alarm und Sänger Joey Belladonna pushte die anwesenden Zuschauer mit jedem Song ein bisschen mehr. Was viele Besucher an diesem Abend mit Sicherheit nicht gepusht hatte: die Preise. Sämtliche Shirts am Merchstand kosteten 35 € und auch der Bierpreis lag mit 5,50 € nicht nur für mich über dem Zumutbaren, wie man so manch einem Gespräch in der Warteschlange entnehmen konnte. Nun gut, der Stimmung hat das zum Glück nicht geschadet und so haben Anthrax einen Song nach dem anderen ins Freiburger Publikum geschmissen, dafür gab es am Ende großen Applaus.
» Bühnenjahre nach Band 2: 71

Weiter ging es mit Lamb Of God und eine Änderung ist mir direkt ins Auge gestochen: Wer saß da hinter den Drums? Chris Adler war es auf jeden Fall nicht. Nach einer kurzen Recherche wurde ich dann auf den Aushilfsdrummer Art Cruz aufmerksam, der seinen Job übernahm und natürlich jeden Song extrem tight ablieferte. Allgemein gehörte Lamb Of God an diesem Abend zu meinen Favoriten, denn sie stachen durch ihr abwechslungsreiches Songwriting ein wenig aus der Masse heraus. Frontmann Randy Blythe fegte in gewohnter Manier über die Bühne und auch die anderen Herren auf der Bühne sorgten für eine Stimmungssteigerung in der Halle. Einen besseren Einheizer hätte sich der Headliner wohl nicht einladen können.
» Bühnenjahre nach Band 3: 99

Da waren sie also, Slayer: Die Final-World-Tour in vollem Gange, die letzten Konzerte überhaupt und Freiburg war ein Teil davon. Die Sick Arena war natürlich vollgepackt mit Fans, die Stimmung durchweg positiv und mit dem ersten Song war nicht nur das Publikum „on fire“. Die Bühne wurde mächtig ausgeschmückt an diesem Samstagabend: wechselnde Backdrops, massive Slayer-Pentagrammen links und rechts, Flammen in gefühlt jedem Song und natürlich die Mucke der Kalifornier. Ich würde behaupten, dass bei diesem Set wirklich jeder Fan auf seine Kosten kam, denn natürlich wurde ein Querschnitt durch die gesamte Bandhistorie gespielt. Bei 37 Jahren ist das natürlich nicht so einfach und auch nicht in einer halben Stunde erledigt. Kerry King und Gary Holt haben wie gewohnt in fast jedem Song ein Solo-Battle ausgefochten und Drummer Paul Bostaph und Tom Araya haben den unglaublichen Druck oben drauf gepackt, für den die Band bekannt ist.

Wusstet ihr eigentlich, dass das Album „God Hates Us All“ am 11. September 2001 veröffentlicht wurde? Welch eine traurige Ironie. Doch nicht nur das hat die Band in all den Jahren erlebt: Die Band gilt als eine der Gründer des Thrash-Metals, haben ganze 12 Studioalben veröffentlicht, sind immer mal wieder in Kontroversen rund um das Thema Nationalsozialismus verstrickt gewesen und mussten 2013 den Tod von Gründungsmitglied Jeff Hannemann verkraften.

Dieser wurde im letzten Song „Angel Of Death“, welchen er selbst geschrieben hatte, geehrt und sorgte für das große Finale in der Sick Arena. Die Show endete mit deutschen Worten von Frontmann Tom Araya: „Ich werde euch vermissen“.

Das konnten viele Besucher an diesem Abend mit Sicherheit erwidern.
» Bühnenjahre nach der letzten Band: 136

Ein großer Dank geht raus an Lohmüller Fotografie für die Bilder. Danke, Patrick!

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