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Mad Caddies im Jazzhaus Freiburg

Drei Jahre nach dem letzten Besuch im Jazzhaus kamen die Mad Caddies zurück nach Freiburg und wieder war es ein Sonntag. Okay, wir reden hier von einem Konzert, das seit 2020 zigfach verschoben wurde, aber sei es drum, dann feiern die Kalifornier eben 27 anstatt 25-jährigem Jubiläum.

Im Vorprogramm gab es heute die Fat Wreck Chords Labelfreunde Make War, die momentan auch in Europa unterwegs sind und nun für ein paar Shows als Support-Act der Mad Caddies gelandet sind. Zu hören gab es feinsten melodischen Punkrock, wie man ihn sich auf besagtem Label vorstellt und das hat richtig Laune gemacht. Das Trio kam, neben der großartigen Mucke, sehr sympathisch rüber und behauptete vor einigen Jahren schon mal ein Akustikset in Freiburg gezockt zu haben, weiß da jemand was davon?

Was mir besonders beim Drummer auffiel, war der Einsatz der Toms und Becken: Ich habe noch nie zuvor so einen massiven Einsatz des Splash-Becken bei einer Punkband gehört. Allgemein waren die Rhythmen gespickt von kleinen Fills, die auf mich ein südamerikanisches Flair versprühten. Das war sehr geil und mag daran liegen, dass Daniel aus Venezuela stammt und außerdem auch im Jazz zu Hause ist. Das war super spannend zu hören, checkt die Jungs also auf jeden Fall aus. Song-Empfehlung: „Oh, Brother“, der auch im Jazzhaus gespielt wurde.

Weiter ging es nach kurzer Umbaupause mit den Mad Caddies, die gleich mal drei, vier Rocksteady-Nummern aus dem Hut gezaubert haben. Zugegeben, ich bin eher ein Fan der schnellen Nummern, aber die Kalifornier schaffen es auch mich bei den ruhigeren Nummern mitzunehmen. Bis auf Sänger Chuck bestand die Band übrigens komplett aus neuen Musikern, selbst Gründungsmitglied und Leadgitarrist Sascha war nicht mit von der Partie. Noch ist unklar, ob sie aus der Band ausgeschieden sind oder lediglich pausieren, die Situation ist allerdings mehr als merkwürdig, denn der Line-Up Wechsel wurde erst eine Woche vor Tourstart bekannt gegeben.

Nun gut, musikalisch gab es, wie es sich für 27 Jahre Bandgeschichte gehört, einen Mix aus allen Jahren, d. h. es gab viel Ska, Reggae, Rocksteady aber natürlich auch Punkrock. Das Jazzhaus war nicht so proppenvoll wie 2019, aber die Stimmung war gefühlt gleich gut. Das Publikum tanzte zu Songs wie „Road Rash“, „State Of Mind“, „Leavin“, „Villians“, „Drinking For Eleven“, „Let It Go“, „She“, „Weird Beard“, „Mary Melody“, „Backyard“ und vielen mehr. Der Band gefiel die Tanz- und Singwut des Jazzhaus, das konnte man direkt von Beginn an feststellen und so gab es nach vielen Songs, einigen ungewollten Bierduschen und dem einen oder anderen Schweißtropfen noch zwei Zugaben, bevor viele Besucher*innen den Merchstand des Headliners enterten.

Die Mad Caddies gehen immer! Von Anfang bis Ende macht diese Band einfach Bock, und ich hoffe, dass sie wieder den Weg nach Freiburg finden.

Alle Fotos stammen (wieder) von Janos Ruf, vielen Dank!

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