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Itchy im Jazzhaus Freiburg

Vor ziemlich genau zwei Jahren waren Itchy das letzte Mal in Freiburg zu Gast, damals mit der Platte Six im Gepäck. Dieses Mal sollte es ein heiliger Sonntag sein, was so ziemlich niemanden zu interessieren schien, denn das Jazzhaus war erneut voll und das Bier floss in Mengen.

Los ging es mit den Lokalmatadoren The Deadnotes. Als die Band damals ihre Supportshows für Itchy verkündete, war ich leicht enttäuscht, dass die Hometown-Show nicht dabei war. Da Vizediktator – die eigentliche Vorband – kurzfristig absagen musste, sprang das Trio spontan ein. Das machte die Sache noch spannender für mich, denn ich hatte The Deadnotes schon sehr oft gesehen, aber immer in kleinen Locations. Die Jungs überzeugten auch im großen Rahmen und haben alles abgefeuert, was sie so in petto hatten: Kopfschütteln, hübsche Hawaiihemden, jugendlicher Leichtsinn und vor allem auch zwei neue Songs, die vollends überzeugten und großen Applaus ernteten. Liebe Leser, seid euch sicher: Mit der neuen Scheibe werden The Deadnotes aber mal so richtig den verstaubten Musikmarkt aufmischen. Make Freiburg great again, boys!

Weiter ging es mit Itchy. Die Eislinger hatte ich mittlerweile schon sehr oft gesehen, und auch vor zwei Jahren bereits ausgiebig über sie berichtet. Auch dieses Mal haben die Jungs wieder abgeräumt und die Sonntagsmüdigkeit von Anfang an aus dem Jazzhaus verbannt. Ab dem Intro war nur noch Alarm in der Butze, das Publikum war extrem laut, extrem beweglich und größtenteils extrem jung.

 

 

Auch wenn ich mir ein wenig alt vorgekommen bin: Live ist diese Band einfach der Knaller, also werde ich auch noch in zehn Jahren aufkreuzen. Besonders die neue Platte „All We Know“ konnte mich vorab mal wieder richtig in den Bann ziehen, denn die Songs wirken wieder „rotziger“, die Riffs ausgeklügelter und auf der Bühne geht Itchy immer! Panzer schleimte sich gewohnt beim Publikum ein, Sibbi und Max arbeiten artig dagegen und so gibt es bei jeder Show witzige Überleitungen. Bei dieser Band ist einfach auch die Pause unterhaltsam, wie man es von die Ärzte oder NOFX kennt. Der Livesound war überwältigend und wäre da nicht der klassische Itchy-Text-Vergesser am Start gewesen, so hätte ich hier wohl über Begriffe wie Playback philosophiert.

Dieses Mal gab es übrigens auch sehr viele alte Gassenhauer zwischen den neuen Hits wie dem Opener „Nothing“ oder „Fall Apart“. Ich persönlich hätte sehr gerne noch „Stuck With The Devil“ gehört, aber man kann halt nicht immer alles haben.

Fazit: Ihr merkt schon, ich mag die sympathischen Schwaben einfach. Jeder, der gerne Livemucke vor der Nase hat, sollte mindestens einmal diese Band gesehen haben. Hey Itchy, ihr habt ja jetzt einen Rhythmus gefunden – Freiburg wird immer im zweiten Part der Tour untergebracht – das solltet ihr in Zukunft dringend beibehalten.

Weitere Fotos vom Konzert gibt’s bei trvelove.

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