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First Blood im Tutti Kiesi in Rheinfelden

Generell sind Freitagabendshows immer eine kleine Hetzjagd. Kaum Feierabend gemacht, findet man sich schon im Auto zu besagten Veranstaltungen und hofft, dass man einigermaßen rechtzeitig ankommt.

So wie auch in diesem Falle. Der Kulturpark Tutti Kiesi in Rheinfelden lud zum dreitägigen Spektakel vom 5. bis 7. Juli ein. Samstag und Sonntag waren Hip-Hop und House/Electro gewidmet. Der Freitag war jedoch ausschließlich für die härtere Gangart bestimmt, genauer gesagt „Full Metal“. Bei abendlichen, fast schon subtropischen, sonnigen 30 Grad kam man auch ohne Bewegung schon ganz schön schwitzen. In der großzügig angelegten Location lag der ein oder andere Besucher noch bei Konzertbeginn im Liegestuhl und genoss das erste Feierabend- bzw. Wochenendbier.

Den Auftakt machten Suicidius aus Neuenburg am Rhein. Die Band existiert seit 2014 und hat unter anderem ein Demo und eine EP veröffentlicht. Leider waren die Jungs schon fertig, als ich dort ankam, deshalb konnte ich mir kein eigenes Bild machen. Laut Besucher spielten sie aber ein sehr ordentliches Set.

Während den Umbaupausen war ausreichend Zeit, um sich mit kalten Getränken bei Laune zu halten. Für den kleinen und großen Hunger wurde selbstverständlich auch gesorgt. Selbstgemachte Burger und ein türkisches Buffet direkt nebenan machten einem die Auswahl schwer.

Es ging weiter mit Cadaveres aus Ungarn. Die Herrschaften touren mittlerweile konstant europaweit und sind eher dem Thrash/Groove Metal mit einer guten Prise Metalcore zugeordnet. Man merkte relativ schnell den Soulfly-, Slipknot-, Machine Head-Einfluss, was ziemlich viel Laune verbreitete. Die Band spielte ihr Set sehr kräftig und solide und überzeugte mit ihrer bewegungsreichen Bühnenpräsenz, was offensichtlich auch den bis dahin noch etwas spärlichen Besuchern gefiel. Nach und nach gesellten sich immer mehr der ungefähr 150 Gäste zur Pavillonbühne.

Die Jungs von I cut out your name aus Rheinfelden/Basel waren als Nächstes an der Reihe, aber nicht nur als Band, sondern auch in Form von Tersicore als Booker und Mitveranstalter des Abends (Hauptveranstalter war übrigens Kultur in Rheinfelden). Gleich zu Beginn animierten sie das Publikum lautstark, sich in das Geschehen einzubringen, was gerne angenommen wurde. Ihre Kombination aus Metal- und Hardcore-Einflüssen mit deutschem Gesang stach aus dem Line-up deutlich heraus. Die Kombo ist seit einem Jahr mit einem zweiten Sänger unterwegs und wusste auch gleich mit ordentlich Druck zu überzeugen. Mit „Abgefuckt & Glücklich“ hatte man auch einen kleinen Hit im Gepäck. Seit 2012 ist die Band bereits aktiv und veröffentlichte über Snayle Records (Schweiz) bereits zwei EP´s. Über Klabautermann Records wurde das Demo von 2013 noch mal als Tape neu aufgelegt und ab November sind I cut out your name unter anderem mit Ripdown, Hellvetica und den Anticops in der Schweiz unterwegs.

Mit In Other Climes ging das Programm direkt weiter und immer mehr Leute kamen in Richtung Bühne, um die französische HC-Kombo zu unterstützen. Diese legten dann auch gleich rasant los und mit „Ruthless“, dem neuen Album im Gepäck, merkte man deutlich, dass das Quartett mächtig Spiellaune verbreitete. Sänger Michael zeigte sich sehr aktiv, nutzte die komplette Stage und überbrückte professionell die technischen Probleme des Bassisten. Hin und wieder bildeten sich kleinere Moshpits und die Zuschauer hatten sichtlich Spaß am Geschehen. Persönlich erinnern mich In Other Climes an ihre Landsmänner von Kickback mit mehr Metalcore-Einschlag. Wer Bands wie Terror, Cro Mags, Madball mag, kam hier voll auf seine Kosten. Unter anderem tourten die Franzosen die letzten Jahre mit Hatebreed, Entombed und Dillinger Escape Plan, veröffentlichten vier Alben und eine EP.

Gegen 22 Uhr war es dann auch soweit und First Blood starteten souverän. Die Mannen um Carl Schwartz zeigten sich in perfekter Motivation und man begann ohne große Umschweife mit der aktuellen „Rules“-Platte. Mit „Silence is Betrayal“ ging es dann auch direkt weiter und Circle Pits bildeten sich. Mit Tiago Pereira (Reality Slap / Devil In Me) hatte man sich einen nicht ganz unbekannten Mitstreiter an den Drums mitgebracht, der den Sound sehr gut unterstützte. Es war deutlich zu merken, dass die Band richtig Spiellaune hatte und sie boten einen guten Querschnitt aus ihren drei Alben und mit zwei Zugaben rundeten First Blood den Abend gelungen ab.

Fazit:
Das Line-Up überzeugte und bot starke Performances, wäre aber in einem kleineren Club besser aufgehoben gewesen. Insgesamt war es ein gut organisierter Abend und man kann gespannt sein, was die Jungs vom Tersicore Booking als Nächstes auf die Beine stellen.

Ein großes Dankeschön geht raus an AnshixArts für die tollen Fotos!

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