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Bury Tomorrow im Jazzhaus Freiburg

Eine gepflegte Runde Metalcore gab es vor einiger Zeit im Jazzhaus Freiburg: Bury Tomorrow, eine der angesagtesten Bands in diesem Genre zur Zeit, waren zu Gast und hatten eine Vorband am Start, die alleine genügend Gäste gezogen hätten, wäre da nur nicht der Eintrittspreis gewesen.

Los ging es mit Lionheart aus Los Angeles. Die HC-Combo habe ich schon seit Längerem auf dem Schirm, aber erst Ende letzten Jahres Live gesehen und lieben gelernt. Die Band versprüht auf der Bühne solch einen Charme und macht, gepaart mit ihrem fast Hip-Hop-lastigen Hardcore, einfach Laune. Auch an diesem Abend in Freiburg waren Lionheart in bester Manier am Start, auch wenn dieses Mal wirklich viel gequatscht wurde. Kann man mögen oder nicht, ich fand das unterhaltsam. Einen neuen Song gab es obendrauf und selbst eine Zugabe wurde gezockt. Warum ich das erwähne? Meist zocken nicht mal die Hauptbands im Jazzhaus den Extra-Song. LHHC!

Weiter ging es mit Bury Tomorrow, die ein sehr junges Publikum angezogen haben. Das ist auch Sänger Rob von Lionheart aufgefallen, der laut eigener Aussage eher bärtige Typen anstatt jungen Mädels in der Crowd vorfindet.

Gleich von Beginn an war der Hype groß, es wurde alles mitgesungen, die Leute waren on Fire und auch die Band war „on Point“. Die Shouts waren druckvoll und der Gesang richtig gut. Die Vocals von Jason sind extrem eigenständig und hört stechen für mich extrem aus der Masse raus. Dieser Hart-Soft-Mix macht die Band wohl auch so erfolgreich, natürlich neben der anspruchsvollen Instrumentalsektion, die kann nämlich auch einiges. Das neue Album „Black Flame“, das Mitte 2018 erschienen ist, hatte der Band noch mal deutlich mehr Aufmerksamkeit besorgt und sie direkt in die Charts zahlreicher Länder befördert. Die Tracks „Black Flame“ und „The Age“ haben bereits vor der Release eingeschlagen wie eine Bombe und so reicht es selbst in Freiburg für ein gut gefülltes Jazzhaus, obwohl die Engländer das erste Mal zu Besuch waren.

Ach so, im Intro hatte ich ja noch eine kleine Anspielung auf den Eintrittspreis eingebaut. Selten habe ich in meinem Bekanntenkreis so viele Stimmen gehört, die gerne „nur“ die Vorband gesehen hätten. Dafür war ihnen der Preis dann aber zu teuer. Es gibt sicher mal wieder die Möglichkeit, wenn die Jungs aus LA nicht mit einer „Chartband“ unterwegs sind. Bis dahin heißt es: sparen!

Mir hat der Abend großen Spaß bereitet, beide Bands haben gut abgeliefert und in beiden Fällen würde ich sagen: Die zieh ich mir noch mal rein. Matze over and out.

Weitere Konzertfotos gibt’s bei www.konzertfo.to.

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