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Boston Manor im White Rabbit Freiburg

Der Sonntag ist nicht unbedingt dafür bekannt, ein gut besuchter Konzertabend zu sein, wenn nicht ein großer Name das Plakat schmückt. Die Lucky Booking-Boys hat das anscheinend wenig interessiert, denn was sie da auf die Bühne im White Rabbit gezaubert haben, hat offensichtlich sehr viele Menschen interessiert.

Die Iserlohner von Elm Tree Circle starteten pünktlich und weiter ging es mit Dingen, die an einem Sonntag normalerweise nicht funktionieren: Das Publikum nach nur zwei Songs versammelt vor die Bühne zu bekommen. Das Trio hat die Leute mit einem Mix aus Pop-Punk und Emo zum Tanzen gebracht und auch sonst einen recht sympathischen Eindruck gemacht. Ob das am Song lag, der von einem ersten Date an einer Tankstelle handelt!? Das müsst ihr selbst herausfinden.

Weiter ging es mit The Deadnotes. Da ich die Jungs nun schon einige Mal gesehen habe, und die Supportshow für Itchy im Jazzhaus noch nicht weit zurückliegt, gibt es hier wenig hinzuzufügen, außer: Die Jungs werden mit jeder verdammten Show besser und nicht funktionierende Mikros können sie daran auch nicht hindern.

Danach gab es den Headliner des Abends: Boston Manor. Bis zur Konzert-Ankündigung hatte ich noch nichts von den Briten gehört und anscheinend am Hype vorbei gelebt, denn über 80 Tickets an einem Sonntag im Vorverkauf sprechen für sich. Und wer nun glaubt, dass Freiburg der Zeit voraus ist: Es waren deutlich mehr „externe“ Zuschauer vor Ort, die teilweise extra aus Karlsruhe, Basel oder sogar aus München angereist waren. Schön zu sehen, dass Freiburg auch mal das Reiseziel für Fans sein kann.

Die Show selbst könnte man an dieser Stelle mit einem Wort beschreiben: Energie. Egal ob vor oder auf der Bühne in Form von Sänger Henry, sie alle waren in Bewegung, haben getanzt, gesungen und jeden Akkord gefeiert. Genau so habe ich die Show am heiligen Sonntag erwartet. Nicht.

 

Auch die Jungs verpacken Pop-Punk mit ein bisschen Emo, hauen dann aber auch mal wieder eine schnellere Nummer raus, die sogar einen Circle-Pit zur Folge hat. Besonders Frontmann Henry sticht für mich da heraus. Nicht nur die Stimme hat Wiedererkennungswert, sondern auch seine Präsenz macht Eindruck, denn da wird wirklich nur zum Trinken in den Pausen kurz stillgestanden.

Das war wirklich ein außergewöhnlicher Sonntagabend mit einer beeindruckenden Band. Ihr solltet definitiv die Songs „Laika“ und „Halo“ checken, denn mit diesen Nummern haben die Briten ihr Set beendet und noch einmal alle zum Ausrasten gebracht. Schade nur, dass auch hier auf eine Zugabe verzichtet wurde, obwohl die Meute lauthals einen weiteren Track forderte. Aber das scheint momentan Trend zu sein.

Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft noch viel von Boston Manor hören werden, hoffentlich dann auch wieder mal auf einer Bühne in Freiburg.

Die Fotos gab es dieses Mal von Pia Böhl. Checkt mal ihre Seite, denn da gibt’s noch viele weitere großartige Konzertfotos.

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