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Ripdown – waste no time, boy!

„Was ein Brett! Heiligsblechle“… das waren die Worte eines guten Kumpels, nachdem ich ihm die Ripdown-Scheibe zum Anhören gegeben hatte. Mir selbst ging es da genau gleich. Bereits letzten Sommer am Dropkick Murphys Konzert in Freiburg (hier gehts zur Review) hatte mir Ripdown-Bassist Alex die Scheibe in die Hand gedrückt und meinte, ich soll mal reinhören. Das habe ich getan, und zwar mehrfach!

Das Auge hört mit
Das Cover zeigt eine verwüstete Stadt in Kombination mit dem Bandschriftzug und dem Albumnamen „waste no time, boy!“ im nicht ganz Genre-untypischen Distressed-Style und in einem düsteren Duplex-Farblook. Bild und Albumtitel passen auf jeden Fall sehr gut zusammen, und nachdem man sich das gute Stück angehört hat, findet man das Artwork noch passender.

Mucke Mucke Mucke
Kommen wir nun zum eigentlichen Inhalt der Platte und ich kann hier auch nach dem 100sten Mal Anhören immer nur sagen: „Alter Falter, was ein Brett!“ Ich suche bei diesen Reviews ja immer nach vergleichbaren Bands, muss aber ehrlich gestehen, dass ich es viel angenehmer finde, wenn es keine direkten Vergleiche gibt und eine gewisse Eigenständigkeit hörbar ist.

Den Sound auf der Debütplatte, die übrigens 13 Songs erhält, könnte man mit einer Mixtur aus Muletrain und Get The Shot mit einem Schuss Sick Of It All beschreiben. Falls ihr Muletrain und deren 2006er Album „The worst is yet to come“ nicht kennt, solltet ihr euch das auf jeden Fall mal reinziehen (Spotify macht’s möglich ;-)).

Die Instrumentalfraktion hat ihre Geräte perfekt im Griff und sorgt für ordentlich Bums, den Sänger Wolf mit seiner Stimme zu ergänzen weiß. Hauptsächlich spielen Ripdown schnellen melodischen Hardcore, scheuen aber auch keinesfalls die Kombination mit Punk und Metal. Alles in Allem eine dennoch sehr abwechslungsreiche Scheibe, die in den Songs immer wieder den Weg zurück zum Hardcore findet, ohne diese jedoch übermäßig aufzublasen oder zu verschachteln. Als besonderes Merkmal oder auch als roten Faden würde ich hier das Wort „Vollgas“ in den Raum werfen.

Anspieltipp
Direkt der erste Song „Resist“ drückt schon ordentlich und gibt bereits einen Vorgeschmack auf die 12 Nachfolger. Ihr solltet euch auf jeden Fall „sick of lies“ reinziehen. Zu dem Song gibt es übrigens auch schon ein Video, das die Herren zockend in Ihrem Proberaum zeigt. Ebenfalls hörenswert und ebenfalls als Video verfügbar ist der Song „We are one“. Eine Liebeserklärung an den Hardcore gibt es im Oldschool-Hardcore-Track „Hardcore lives forever“, der auch ein Video besitzt, indem die Platten der Idole bzw. Inspirationsquellen der Band gezeigt werden. Meiner Meinung nach kann man hier jeden Song als Anspieltipp erwähnen, weil einfach alle sehr gelungen sind.

 

Recording
Keine Ahnung, wo die Platte produziert und aufgenommen wurde, aber der oder diejenige an den Reglern hat das definitiv nicht zum ersten Mal gemacht. Für ein Debütalbum von einer Band, die es noch gar nicht so lange gibt, klingt das alles extrem professionell und keinesfalls künstlich. Ich bin sehr gespannt, wie sich Ripdown live anhören und werde die nächstbeste Gelegenheit dazu nutzen.

Fazit
Hier kann ich nur wieder auf die Worte meines Kumpels verweisen. Dem ist absolut nichts hinzuzufügen. Gerade in einer Zeit, in der es der Subkultur in Freiburg nicht besonders gut geht und sämtliche Institutionen dicht machen, gibt es doch wieder Hoffnung, dass es in unserer Punk-Hardcore Szene mit Ripdown eine weitere Kapelle gibt, die Ihren Beitrag zum Erhalt der Szene leisten wird. Denn wie heißt es doch immer so schön: Hardcore ist nicht tot… auch nicht in Freiburg!

Live gibt es die Herren in Freiburg übrigens am 23.03. in der KTS und am 11.05. im Artik zu sehen. Ich werde vor Ort sein und hoffe doch, dass das nicht die letzte Platte war, die uns der Vierer um die Ohren haut.

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