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Fever 333 – Strength In Numb333rs

Selten war ich so voller Vorfreude auf ein Album wie beim Debüt von Fever 333: Das ganze Auftreten der Band, die Energie, die das Trio live versprüht und vor allem die Mucke, die Rock mit Punk & Hip-Hop mischt, hatte mich von Anfang an extrem angefixt. Nun, knapp einen Monat nach deren Release, gibt’s meine Meinung zur Platte.

Das Auge hört mit
Das Cover zeigt Frontmann Jason Butler, wie er „333“ an eine Backsteinwand gesprüht hat und sich gerade aus dem Staub macht. Dabei kann man das Gesicht nur verschwommen erahnen. Auf Bandnamen und Albumtitel wurde komplett verzichtet, dafür gab es noch einen rosa Rahmen drum herum, der nicht nur hier zu sehen ist, sondern auch in den beiden bisherigen Video-Releases der Band. Die Wiedererkennung funktioniert gut, mit der Farbwahl werde ich mich wohl nie anfreunden, auch wenn mittlerweile jede hippe Band damit spielt.

Mucke Mucke Mucke
Jetzt geht’s ans Eingemachte. „Strength In Numb333rs“ startet mit einem kurzen Intro, das die Idee der Band widerspiegelt: Fever 333 ist laut eigener Aussage keine Band, sondern eine Bewegung. Aus diesem Grund nennt das Trio ihre Auftritte auch nicht Konzerte, sondern „demonstrations“.

Danach geht’s weiter mit dem Song „Burn it“, der ersten Singleauskopplung des Albums. Dieser Song hat alles: Aggressivität, Chaos, catchy Refrains und einfach nur Bums. Weiter geht’s radiotauglicher mit „Animal“, bevor es in „Prey For Me/3“ wieder mehr zur Sache geht. In diesem Song ist vor allem der Kontrast zwischen Hip-Hop (Strophe) und Rock (Refrain) mit am Deutlichsten. „One Of Us“ startet mit einem Intro, das mir circa drei Tage nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. Auch der Chorus animiert hier wieder zum Mitsingen, sodass sich dieser Song, obwohl er auch recht glattgebügelt wirkt, mit der Zeit zu meinem Favorit wurde.

„Inglewood/3“ zieht danach ordentlich die Handbremse an und sorgt beim Durchhören für eine wohlverdiente Pause. Was mir beim Review-Schreiben auffällt: Die Songstruktur ist bei den Songs allgemein recht ähnlich: Der Verse bietet Platz für Sprechgesang, während der Refrain dann rockig und einfach gehalten ist, damit ihn jeder mitsingen kann. Beim eben genannten Song rutscht mir das „catchy“ aber zu arg in „kitschig“ ab.

Danach muss wieder mehr kommen, und so ist es auch: „The Innocent“ und „Out Of Control/3“ geben ordentlich Gas, besonders beim letztgenannten Track krächzt Jason Butler den Text aggressiv ins Mikro, und das quasi sieben Minuten lang. Das liegt auch daran, weil die Bridge des Songs fast wie ein eigener Song klingt, ohne wie ein Fremdkörper zu wirken – eine gelungene Abwechslung.

„Am I Here?“ zieht dann wiederum die Handbremse an, was mir persönlich bei neun „echten“ Songs ein wenig zu viel ist, während der letzte Track „Coup D’Étalk“ als Abschluss noch einmal die Stimmen der Zuhörer aktivieren soll und extrem eingängig ist.

Anspieltipp
Am Anfang war ich extrem von „Burn It“ angetan, mit der Zeit schwenkte das allerdings in „One Of Us“ um, daher würde ich diesen Track an dieser Stelle hervorheben. Achtet hierbei auch auf das oben genannte Intro.

 

Recording
Wie zu erwarten ist, wurde bei der Produktion nicht gespart. Die Basics – Drums, Gitarre & Bass – orientieren sich an den Vocals und rücken mal mehr, mal weniger in den Vordergrund. Besonders beim Drumsound wird viel variiert, sodass die Hip-Hop-Parts gut funktionieren, aber der Druck auch in den rockigen Parts nicht verloren geht. Im Hintergrund wird viel mit mehrstimmigen Fills, Synthies, aber auch mit Klavier gearbeitet und man kann zu keiner Zeit von einem dünnen Sound sprechen. Was soll man sagen!? Das Teil wurde einfach fett produziert und die Songs zuvor auch schon gut geschrieben.

Fazit
Wie lautet also mein Fazit für „Strength In Numb333rs“? An manchen Stellen bin ich etwas hin- und hergerissen aufgrund des glatten Radiosounds (besonders Refrain „Coup D’Étalk“ & „Inglewood/3“), größtenteils läuft mir die Mucke aber nach wie vor richtig gut rein.

Solltet ihr euch die Platte zulegen? Auf jeden Fall, denn das Album ist trotz meiner kleinen Kritik ein richtig gutes Ding und Pflicht für Freunde in Richtung Rage Against The Machine. There’s a fever coming!

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