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Reingehört: Hot Water Music – Feel The Void

Bei Hot Water Music steht das nächste Album an, das auf den Namen „Feel The Void“ hört. Chris Cresswell (The Flatliners), der die letzten Jahre schon auf den Bühnen mit von der Partie war, ist nun fester Bestandteil der Combo. Was ist also zu erwarten? Die Promofabrik unseres Vertrauens beginnt ihre Mail mit folgenden Worten: “Feel The Void” beinhaltet alles, was Fans der ikonischen Punkrock/Post-HC Band aus Gainsville/Florida erwarten dürfen und vereint das Beste aus unglaublichen 27 Jahren Bandgeschichte!“ Dann hören wir mal, ob wir das unterstreichen können.

Es ist ja geradezu absurd, dass eine Band wie Hot Water Music zwei so einzigartige Stimmen beinhaltet und nun mit Chris noch eine weitere Schicht Gesangsschleifpapier dazu erhält. Manche Bands können nicht mal eine gute Stimme aufweisen, hier gibts gleich drei großartige Sänger.

Mit „Another Breath“ beginnt der Opener, der direkt das Spotlight auf die genannten Vocals richtet und durch die melancholische Atmosphäre im Instrumental fast schon die Gänsehaut ausruft. Ganze 12 Tracks warten auf diesem Album übrigens auf dich, fast wie in den guten alten Zeiten, als Alben noch alle vier Jahre erschienen sind und bei Song 9 Halbzeit war.

Wer Hot Water Music verfolgt, hat sicherlich schon die bisherigen Singles „Collect Your Things And Run“ bzw. „Killing Time“ gecheckt und wie ich gewusst: Wenn die Songs alle so werden, dann muss die Platte ins Regal. Spoiler-Alarm: Legt euch das Teil zu.

 
„I hope you die!“: Merkt euch diese Worte aus dem Song „Habitual“, denn die werden euch live das eine oder andere mal um die Ohren fliegen. Darin besingt Chuck Ragan den Krebs (der ist damit übrigens auch gemeint) und widmet die Nummer den Personen in seinem Umfeld, die sich damit auseinandersetzen mussten oder den Kampf verloren haben. Wer hier mit einer ruhigen Nummer rechnet, wird überrascht sein: Der Song ist eher „uplifting“ und positiv aufgebaut, die Worte klingen auch eher nach Kampfansage als nach Resignation. Dieser Song ist von der ersten Sekunde bis zum Ende ein absolutes Highlight des Albums.

Grundsätzlich klingen die zwölf Songs nach dem, was man erwartet hat: Hot Water Music. Neben besagten Vocals in ein-, zwei- und dreistimmiger Ausführung gibt es eine spannende Melodie, die die nächste jagt, sowie Sportgitarren, Bass und Drums, die extrem gut miteinander harmonieren. Einfach alles wirkt nach 27 Jahren immer noch so frisch, als wäre die Band vor einem Jahr das erste Mal im Proberaum gewesen. Einen Anteil daran hat hier sicher auch das neue Bandmitglied, das mit seinen 34 Lenzen zwar der Jungspund in den Reihen ist, aber doch mehr Erfahrung im Musikbusiness aufweisen kann als viele andere.

Speaking of Chris Cresswell: „Turn The Dial“ ist ein Song, in dem seine Stimme im Vordergrund steht und die neue Facette der Band so richtig aufblühen kann. Auch hier muss ich sagen: Ein Highlight der Platte!

Ich könnte direkt so weiter schwärmen, denn auch in den folgenden Songs wirkt nix ausgelutscht, träge, lustlos oder langweilig. „Scratch On“ ist eine weitere Nummer, die durch die vielstimmigen Gesänge auf jeder Bühne funktionieren wird und jedes Konzert in eine große, bierdurchtränkte Party verwandeln wird.

 

„Feel The Void“ ist ein gelungenes Album und mir fällt es schwer, hier Songs auszumachen, die ich skippen müsste. Um auf den Anfang unserer Review zurückzukommen: Uns wurde in der Werbemail definitiv nicht zu viel versprochen, denn wer die ersten beiden Singles feiert, wird sich in dieses Album definitiv verlieben! Viel Spaß damit und denkt mir auch an die Live-Shows von Hot Water Music, denn mit Boysetsfire im Gepäck kann so gar nichts schief gehen:
04.10.2022 UK–London, Electric Ballroom
05.10.2022 BE–Antwerpen, Zappa
06.10.2022 NL–Amsterdam, Melkweg
07.10.2022 DE–Dortmund, Warsteiner Music Hall
08.10.2022 DE–Hannover, Swiss Life Hall
09.10.2022 DE–Berlin, Columbiahalle
10.10.2022 DE–Nürnberg, Löwensaal
11.10.2022 DE–München, Tonhalle
12.10.2022 AT–Wien, Gasoemter
13.10.2022 DE–Stuttgart, LKA-Longhorn
14.10.2022 DE–Wiesbaden, Schlachthof
15.10.2022 DE–Wiesbaden, Schlachthof

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