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Forkupines – Islands

Zugegeben, wir sind etwas spät dran. Die Veröffentlichung des Albums namens „Islands“ haben Forkupines bereits vor über einem Monat über die Bühne gebracht. Doch die 12 Songs sind definitiv ein Statement wert.

Forkupines – Islands – CD-ReviewDer Name „Forkupines“ geistert nun schon länger durch diverse Social-Media-Posts in meiner Timeline. Sei es durch gemeinsame Tourneen mit Bands, die ich verfolge, oder durch neue Videos. Das ist auch das Stichwort, weswegen ich mich mehr mit der Band beschäftigt hatte. Vor zwei Jahren hatte die Band den Song „Sugar | Faith“ veröffentlicht und sich damit direkt in meine Aufmerksamkeit geschoben.

Der Song ist auch ein guter Startpunkt für das neue Album: Was mir damals gut gefiel, war die Soundvielfalt, die an manchen Stellen zerbrechlich wirkte und dann doch als Riffwand durch den Song drückte. Dieser Mix und die Stimmung, die dabei entsteht, gefällt mir nach wie vor gut und genau hier knüpft „Islands“ an. Bereits mit „Waves“ wird im Intro viel Atmosphäre verbreitet, man fühlt sich geborgen, man kann aber auch die Ferne hören und spüren. Das macht was mit mir und erzählt eine schöne Geschichte.

Dieses „Thema“, so will ich es mal nennen, zieht sich durch den gesamten Longplayer, bricht aber auch hier und da mal aus. Direkt der zweite Song namens „Envy“ versprüht Kraft und treibt direkt nach vorne. „Lie To My Face“ kam bereits vorab als Video raus und hat alle Gründe in knapp vier Minuten gesammelt, die dieses Album auch in deine Playlist verfrachten sollte.

 

Ich würde Forkupines unterstellen, dass sie eine ziemlich offene Band sind und auch gerne mal mit dem Sound experimentieren. Das hört man nicht nur in den vielfältigen Klängen der Klampfe, sondern auch in „Got It Wrong“, wo das Intro nach Synthies klingt und das Gesamtbild auflockert.Als wäre die genannte Abwechslung nicht schon genug, kommt mit „16_20“ ein Instrumental-Track bzw. eine Art Pre-Lude, was den Zuhörer/die Zuhörerin fast ein wenig benebelt, bevor „Moving On“ mit dem Brecheisen hinter der nächsten Tür wartet.

Wer bis hier hin gelesen hat, merkt: „Islands“ ist ein Ausflug wert, denn es gibt viel zu entdecken „Letter“ gehört neben „Lie To My Face“ zu meinem Album-Favoriten. Warum? Hier bricht die Stimme von Simon aus, die sonst sehr „straight“ durchs Album singt und für meinen Geschmack hier und da zu wenig das emotionale Bild der Songs trägt. Das heißt auf Deutsch, dass sie manchmal etwas zerbrechlicher klingen darf. Das ist aber natürlich eine sehr subjektive Wahrnehmung, gut gesungen ist hier wirklich jedes Wort.

Gegen Ende sticht der Song „Straight“ noch mal aus der Masse raus, das Riffing blieb direkt beim ersten Durchhören hängen und hat sich bei jeder neuen Runde mehr und mehr eingebrannt. Mit „Roads“ findet das Album einen schönen Abschluss, beginnt sehr ruhig und arbeitet sich dann zu einer Art Finale hin.

Es hat lange gedauert, bis diese Worte erschienen sind, doch „Islands“ gehört definitiv zu den musikalischen Highlights 2020. Das hätte es übrigens auch, wenn diese ganze Pandemie-Kacke nicht passiert wäre. Hört also rein!