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Alex Mofa Gang – Ende Offen

Mit „Ende Offen“ erscheint nicht nur das dritte Album der Alex Mofa Gang, sondern auch der abschließende Teil ihrer Trilogie „Die Reise zum Mittelmaß der Erde“. Wir haben in die zwölf Songs reingehört und mal wieder versucht, das Ganze in Worten zu fassen.

Alex Mofa Gang – Ende Offen Album - ReviewDas Auge hört mit
Das Titelbild des dritten Albums steht ganz im Zeichen „Aufbruch“, denn darauf sind Umzugskartons zu sehen. Doch nicht nur das, denn vor allem Reisegegenstände stehen im Vordergrund: Der Globus, Bilder der Reise und natürlich darf auch der Helm nicht fehlen, den die Alex Mofa Gang auch auf beiden Vorgängerplatten zeigt.

Spontan dachte ich beim Titel direkt an eine Film-Trilogie und wie unbefriedigend diese zwei Worte auf mich wirken: Stell’ dir mal vor, du ziehst dir voller Vorfreude den dritten und letzten Teil im Kino rein, das große Finale, das alles aufklären soll und dann heißt das Ding „Ende Offen“. What The Fuck?

Mucke Mucke Mucke
Los geht’s direkt mit dem Titeltrack „Ende Offen“, der inhaltlich den Neuanfang einläutet. Der Song ist nun schon ein paar Tage raus, daher will ich hier gar nicht groß auf die Nummer eingehen. Auch Song Nummer zwei „Hinter den Fassaden“ ist schon eine Weile veröffentlicht und besticht durch die Melancholie in Text und Melodie, sowie die Synthies, die die Alex Mofa Gang aus irgend einem 80’s-Soundtrack geklaut haben muss.

„Alles Robotisiert! (I am in love)“ wird der Hit für’s Live-Set, das verspreche ich euch. Die Nummer treibt richtig nach vorne und regt vor allem im Refrain zum Mitsingen an. Natürlich darf bei dem Titel die Robo-Stimme auch nicht fehlen und meine Lieblings-Textzeile ist ebenfalls mit drin: „Wir haben die selben Hobbys: Katzen, Kochen, Ficken, Shoppen.“ Da muss ich auch nach dem zehnten Anhören noch schmunzeln.

„Kleine Schwester Größenwahn“ kam die Tage als Video raus und unterstreicht visuell den Witz, den die Band gerne mal in den Lyrics verpackt. Hör ich da etwa Bläser?

Der nächste Track nimmt das Tempo wieder raus, es gibt wieder Zeit zum Verschnaufen und auch „Düsenjäger“ ist – trotz des Namens – keine Uptempo-Nummer, geht dafür aber direkt ins Ohr und bleibt eine Weile im Hirn hängen. Allgemein sind die Songs extrem eingängig. Apropos: „Erstmal für immer“ ist die Radio-Nummer, sehr poppig, mit eingängigen Gesangs- und Gitarrenmelodien und obendrauf gibt es noch einen Part, der fast schon Sprechgesang genannt werden darf.

Einlullen will die Alex Mofa Gang sicher niemanden, zumindest nicht durchgängig, denn das Intro von „Es ist vorbei“ holt einen mit treibenden Gitarren aus dem Ruhemodus zurück. Die Vielfalt des Songwritings geht auch bei den nächsten Songs weiter, und wechselt zwischen ruhigen Klängen („Treibholz“) und punkigen Vollgas-Parts („Nacht aus Gold“) und ehe man sich verhört, sind die zwölf Songs vorbei.

Anspieltipp
Ich verstehe, warum „Ende Offen“ der erste Output dieses Albums war, denn der Song hat alles, was die Alex Mofa Gang ausmacht:

 

Recording
Die Platte ist nicht nur im Songwriting vielfältig, sondern auch in den verwendeten Elementen: Mal sind Bläser zu hören, oft werden Synthies eingestreut und auch eine Roboter-Stimme wird verwendet, ohne dass es albern wirkt. Was mir dabei besonders auffällt: Der Mix dieser vielen Instrumente ist perfekt. Die Klampfen sind fett, ohne krass verzerrt zu sein. Jedes Riff sitzt, bringt mächtig Schwung in die Bude und trotzdem verstehe ich jedes Wort von Sänger Sascha. Alles wirkt sehr aufgeräumt, ohne langweilig zu klingen. No more words needed.

Fazit
Das dritte Album dürfte den Fans der Berliner richtig gut gefallen, da bin ich mir sicher. Mir persönlich taugt es mehr als der Vorgänger. Dort waren mir persönlich die Songs oftmals zu schmalzig und die Texte zu kitschig. Bei „Ende Offen“ fühlt sich das ausgewogener an, die Band hat sich deutlich weiterentwickelt. Ende Offen? Von wegen!