Sonntagabend, Ende Juli, in Freiburg. Bei sehr sommerlichen Temperaturen steht eine Hardcore-Show an, auf die ich mich schon seit Wochen gefreut habe. Terror & Stick to Your Guns sind heute Abend zu Gast in unserer Stadt. Als Local Support ist Backstabbed mit von der Partie, die ich bis dato tatsächlich auch noch nie live gesehen habe. Anstatt ins Crash düse ich also voller Vorfreude im Freiburg-Style mit dem Rad in den Kulturraum, den ich als neue Konzert-Location sehr abfeiere.
Gegen 19:40 Uhr ging es dann auch direkt los – aber nicht mit Hardcore-Geballer, sondern mit Wolle Petry, dessen „Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n“ lautstark als Intro von Backstabbed aus den Boxen schallte. Nach dem kurzen Einspieler legte das Quintett aus Offenburg dann sehr rasant los und sorgte nach den ersten Tönen bereits für die ersten Circle Pits. Das sieht man bei einem Support-Act auch nicht jeden Tag. Grundsätzlich fand ich die Backstabbed-Show sehr energiegeladen und war beeindruckt davon, wie routiniert die Herren den Abriss durchgezogen haben. Das liegt sicher auch daran, dass sie die letzten Jahre unermüdlich unterwegs sind und mittlerweile auch auf namhaften Festivals wie dem Summer Breeze, Vainstream, Tells Bells … unterwegs sind. Am 02.10. erschien zudem die brandneue EP „Servant of Misery“. Da solltet ihr auf jeden Fall mal reinhören bzw. reinschauen.
Weiter ging es nach einer kurzen Umbaupause mit Terror. Die Combo aus LA habe ich auch schon oft live gesehen und bin auch hier immer wieder beeindruckt von der Energie, die die Herren um Frontmann Scott auf die Bühne bringen. Hier ging es intro-technisch übrigens mit „Still D.R.E.“ eher rap-lastig zur Sache. Danach folgte ein knapp 40-minütiger Querschnitt mit Songs wie „Pain Into Power“, „One with the Underdogs“ oder auch „Always the Hard Way“ aus 24 Jahren Bandgeschichte, der die Crowd ordentlich in Bewegung versetzte. Hatte ich schon erwähnt, dass die Show mit knapp 450 Menschen ausverkauft war? Dementsprechend heizte sich der Kulturraum auf, bevor er beim letzten Song „Keepers of the Faith“ noch einmal richtig zum Kochen kam.
Nach einer kurzen Verschnaufpause an der frischen Luft – wenn man das bei diesen Temperaturen überhaupt so nennen mag – legten Stick To Your Guns aus Orange County mit dem Song „What Choice Did You Give Us?“ los und sorgten damit für eine stabile Weiterführung der Circle Pits im ehemaligen Supermarkt. Ich habe das kalifornische Quintett auch schon sehr oft gesehen, musste aber direkt feststellen, dass Sänger Jesses Stimme dieses Mal krass gut war. Was vielleicht auch daran lag, dass es erst die zweite Show der recht ausgedehnten Euro-Tour war und er gewisse Parts, bei denen er normalerweise die Crowd singen lässt, diesmal selbst zum Besten gab. Zudem war bei dieser Tout auch wieder Bassist Andrew live mit von der Partie, nachdem er bei meinem letzten STYG-Konzert „nur“ vom Band lief. Auch hier kann ich, wie in den letzten Reviews, die ich über diese Band geschrieben habe, nur wieder erwähnen, wie grandios und mitreißend die Shows der Band trotz Backofen-Temperaturen sind. Nach knapp 45 Minuten Best-of-STYG wurde der Abend mit „Nobody“ und „Against Them All“ beendet und alle Besucher:innen aber auch Akteur:innen fielen sehr wahrscheinlich komplett nass, aber auch komplett zufrieden ins Bett.
Ich hoffe doch, es bleibt dabei, dass STYG einmal im Jahr einen Stopp in Freiburg einlegen. Ich werde nächstes Jahr auf jeden Fall wieder am Start sein.