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Death By Stereo im Crash Freiburg

Das Crash erwacht langsam aber sicher wieder zum Leben, zumindest wenn es um Live-Shows geht (die Partys laufen ja wie gehabt). Erst vor Kurzem habe ich mir selbst noch angekreidet zu lange nicht mehr im Musikkeller gewesen zu sein, nun gab es direkt den nächsten Grund: Death By Stereo.

Los ging es zunächst mit Yournextboyfriend aus Lörrach. Bereits mit den ersten Akkorden war klar, dass die Jungs richtig Bock zu zocken hatten, und das hörte man auch, denn die Songs waren allesamt richtig tight. Der Abend war übrigens inoffiziell der „Tag der Aushilfen“, denn am Bass war (mal wieder) Johnny, der den fehlenden Stefan ersetzte. Das Set von Yournextboyfriend hat gebockt, leider war nicht sonderlich viel Publikum vor Ort.

Weiter ging es mit Death By Stereo. Die Kalifornier existieren bereits seit 1996, anmerken kann man ihnen die 23 Jahre an diesem Abend nicht. Im Gegenteil: Mit dem ersten Song ist die gesamte Band on Fire, nutzt die komplette Bühne um völlig auszurasten und legt eine Spielfreude an den Tag, wie man sie selten sieht.

Musikalisch hat die Band einen Querschnitt aus den letzten zwei Jahrzehnten geliefert und auch meine Lieblingsnummer abfeuert: „Growing Numb“. Die restlichen Besucher kamen mit der Songauswahl offensichtlich ebenfalls auf ihre Kosten. Was mir an Death By Stereo so gut gefällt, ist dieser eigenständige Mix aus schnellem melodischen Punkrock und der klaren Meta-Kante, die auch Platz für Shouts lässt. Mit der Stimme von Sänger Efrem ist die Mische dann perfekt und auch der Grund, warum ich die Band nun schon seit vielen Jahren durchweg auf dem Schirm habe.

„I’m sweating like a priest in a kindergarden“ waren übrigens die ersten Worte, die der Vocalist zwischen den Songs von sich gab, während er sich seiner Jacke entledigte. Das wollte ich nur mal nebenbei erwähnen, falls ihr den schwarzen Humor der Band auf einer Skala von 1 bis Death By Stereo einordnen wollt.

Ich hatte vorhin bereits den „Tag der Aushilfen“ angesprochen: Auch beim Headliner wurde ausgeholfen: Am Schlagzeug war Todd Hennig für die EU-Tour zurück an den Drums, der früher fester Bestandteil der Band war. An der Gitarre wurde Dan Palmer ersetzt, was nicht ganz so einfach sein dürfte. Wer Death By Stereo kennt, weiß, dass die Klampfen hier nicht nur auf drei Akkorden rumrutschen, sondern regelrecht Knoten in die Finger spielen. Den Namen dieser Aushilfe weiß ich leider nicht mehr, er hat Dan aber alle Ehre gemacht.

Fazit: Die Show war der Hit! Death By Stereo sind für die Bühne gemacht und haben regelrecht Glücksgefühle in mir ausgelöst, sodass ich gleich mal meinen Geldbeutel am Merchstand entleeren musste. Leider war die Show schlecht besucht, was wirklich eine Schande bei solch einer Band ist. Woran lag es? Habt ihr es nicht mitbekommen, war euch die Show zu teuer oder stand die eigene Bequemlichkeit mal wieder im Weg?

Weitere Fotos vom Konzert gibt’s bei Anja Hermann Fotografie.

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