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Youth Okay – Turns

Wer unser Onlinemagazin aufmerksam verfolgt, der hat schon das eine oder andere Video von Youth Okay entdeckt und auch das Interview der Band gelesen. Warum dieser Aufwand? Heute erscheint der erste Longplayer der Münchner Combo, und wir durften vorab reinhören.

Youth Okay Turns – Cover AlbumZugegeben, das schlichte Cover aus dem Scanner macht im ersten Moment nicht so wahnsinnig viel her: Es wirkt dunkel, die Sicht getrübt, denn man erkennt gerade einmal, dass es sich dabei um eine Person handelt. Geschlecht: unbekannt. Dazu lässt die Bildqualität natürlich zu wünschen übrig: Die Linien, die bei einem Scan entstehen, lassen das Bild ziemlich zerbrechlich wirken. Was ist da los? Schicken sich die Bandmitglieder etwa noch per Fax Nachrichten, oder lässt sich in diesem Bild vielleicht das Konzeptthema der Band wiedererkennen? Youth Okay verarbeiten unter anderem das Thema Depression auf der neuen Platte, kooperieren hierfür mit Hilfeeinrichtungen zusammen und schildern ihre eigenen Erfahrungen. Viel lässt sich hinein interpretieren in das Cover, der Spielraum ist groß. Was siehst du darin?

Die Band hat ja bereits vier Tracks der Platte veröffentlicht, daher war der Einstieg in den Opener „The One To Change“ ziemlich überraschend: Hör ich da Rap? Der Track startet mit einem Intro, das man getrost dem Crossover zuordnen kann. Youth Okay zeigen bereits in diesem Song viele Facetten, die zu keiner Zeit aufgezwängt wirken. Danach folgen „For A Moment“ und „Get Up“, die wir bereits kennen.

Mit „Static Air“ wird das Tempo wieder erhöht, besonders das Riffing und die Rhythmik sticht hier hervor, denn das Kopfnicken funktioniert oftmals nur mit Anleitung. Im Song „What’s it All About“ kommen die Bläser, die ihren Ton durch Effekte jagen am deutlichsten raus, denn das restliche Instrumental ist hier runtergefahren. Allgemein ist der Mix gut gelungen: Die Klampfen haben in den wichtigen Momenten Wucht, klingen aber nie zu schwer und lassen so genug Platz für die Bläser und die prägnante Stimme von Sänger Daniel.

 

„Mouse in a Maze“ greift den Crossover wieder auf und ist zugleich der Pauseknopf der Platte, zumindest musikalisch. Wow, „World On Fire“ startet mit „echten Bläsern“, während „Left Untold“ eher mächtig durch die tiefen und schweren Akkorde wirkt. Nach dem bekannten „Quiet A Lot Alone“ gibt’s den finalen Track: „Turn Around“. Beim ersten Durchhören des Songs musste ich zugegebenermaßen ein bisschen schmunzeln, denn die Lyrics lauten: „we are not naked cause we dress like a hero in the next level.“ Wenn man nun das Background-Wissen hat, dass die Band zuvor bereits als „Naked Superhero“ existierte, versteht man, was das zu bedeuten hat.

Youth Okay hauen hier ein spannendes erstes Album raus, das durch die Zutaten Bläser (mit Effekten), Crossover, Punk, Ska eine eigene Richtung einschlägt. Hört am besten selbst rein und macht euch ein eigenes Bild, denn dieser Mix ist nicht leicht in Worte zu fassen. Ein Versuch war es aber alle Mal wert.

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