
Besagte Textzeile stammt aus dem Titeltrack „Ins Blau“, doch konzentrieren wir uns vorab kurz auf die bisher veröffentlichten Singles: „Fernglas“, „Aufgeben“, „So weit“, „Wie geht denn das“ und „wie man lebt“ zeigen schon ein großes Spektrum, in dem sich Kind Kaputt wohl fühlen: Von süßlichen Melodien bis zu melancholischen Lines, von drückenden Riffs zu fast schon zerbrechlichen Gitarren und von Ernst bis Ironie ist alles dabei. Mit jeder neuen Single hatte ich das Gefühl, wieder bei null anzufangen, und als ich dann kürzlich den Link zum ganzen Album erhalten hatte (Danke, Uncle M!), ging es direkt so weiter.
„Teilnahmeurkunde“ ist der Opener der Platte und legt mit einem Tempo los, wie ich es z. B. von Heisskalts „Euphoria“ kenne. Der Song hat mich inhaltlich und instrumental von der ersten Sekunde weg in seiner Hand. Ich bin, wie unschwer erkennbar im Onlinemagazin, ein großer Fan von drückenden Riffs und treibenden Beats. Wo mir „So weit“ musikalisch vielleicht ein wenig zu cheesy ist, geht dieser Song ins genaue Gegenteil und genau diese Kontraste machen „Ins Blau“ so einzigartig. Für jeden ist hier etwas dabei und doch klingt „Ins Blau“ nicht nach einzelnen Fragmenten, sondern nach einer geschlossenen Einheit: Kind Kaputt. „Teufel“ ist ein Song, der für mich klassisch nach der Band klingt, während „Angst“ in den Instrumenten so weit runterfährt, dass der Text klar im Fokus steht. Jeder von uns kann diese gesungene Angst nachvollziehen, schön, wenn das auch mal öffentlich geäußert wird und nicht nur in den eigenen vier Wänden Erwähnung findet.
Ein Feature gibt es übrigens auch noch! Haxan030, den vermutlich viele von euch über seine Band Kora Winter kennen (die haben auch einen neuen Song raus!), bringt eine große Schippe Aggressivität bei „Gleich“ mit. Besonders in den Versen ist das spürbar, die Gitarren und Drums unterstreichen die Wut, bevor der Refrain sie melodisch verpuffen lässt.
Fazit: Wer Bock auf Überraschungen, ausgecheckte Melodien, spannende Texte und auf 100 % Kind Kaputt hat, ist bei „Ins Blau“ genau richtig. Tolles Album!