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Madball – For The Cause

Madball sind zurück! Nun gut, zumindest im Bezug auf Releases, denn Live waren die New-Yorker nie weg und sind seit 1988 gefühlt jeden Tag on the road. Nach vier Jahren gibt’s nun „For The Cause“, der wie der Vorgänger wieder über Nuclear Blast veröffentlicht wird. Wir durften schon vorab reinhören und sollten einige Überraschungen feststellen.

Mdball - For The Cause CoverDas Auge hört mit!
Das Cover vom neuen Output könnte schlichter nicht sein: Madball-Schriftzug, Titel, Freddy am Mikro und das ganze in Schwarz-Weiß. Besser könnte „For The Cause“ inhaltlich wohl nicht aufgegriffen werden – beim zweiten Hinsehen. Im ersten Moment habe ich mich dabei erwischt, diese Reduziertheit infrage zu stellen: „Kein Bock auf ein spannendes Cover, das auch auffällt?“ Doch nachdem man dann mal ein paar Gedanken an den Titel verschwendet, versteht man die Idee dahinter. Inhaltlich also eine Runde Sache, auch gerade weil Madball keine Newcomer mehr sind, die erst Aufmerksamkeit generieren müssen.

Mucke Mucke Mucke!
Natürlich gibt’s auch auf der aktuellen Madball-Platte jede Menge Hardcore und Vollgas, wie man es von den NYHC-Veteranen gewohnt ist. Das hätte ich ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet. Doch dann gibt es doch die eine oder andere Überraschung, die ich so nicht erwartet hätte. Zwischen den klassischen Shouts von Frontschnauze Freddy finden sich auch gesungene Parts, aber keine Angst: Wir reden hier nicht von cleanen Vocals in dreistimmiger Ausführung, sondern eher von einem authentischen Mix aus Shouts und Gesang. Das funktioniert an manchen Stellen weniger gut (Freight Train), aber gerade in „For You“ hat man direkt die Liveshow vor Augen, wie das Publikum mitsingt und komplett ausrastet. Bei diesen Songs bewegen sich Madball irgendwo zwischen Hardcore und Streetpunk, und das sorgt definitiv für eine gelungene Abwechslung.

Bei dem bereits veröffentlichten Track „Rev Up“ gibt’s noch ein paar Reggae-Elemente oben drauf. Ein spanischer Track ist wieder mit an Bord („Es Tu Vida“) und auch interessante Gäste tummeln sich auf „For The Cause“: Ice T ist auf dem Vollgastrack „Evil Ways“ am Start, Steve Whale von The Business, Sick Jacken von Psycho Realm sind mit dabei und auch Tim Timebomb lässt es sich nicht nehmen, in „The Fog“ seine markante Stimme drauf zu packen. Der Rancid-Frontmann hat die Platte übrigens produziert, später mehr dazu. Auch dieser Song taugt ordentlich zum Fäuste in die Luft strecken und Mitsingen!

Anspieltipp?
Gerade bei dieser Platte sollte man in die Songs mit den „neuen“ Vocals reinhören. „For You“ wird definitiv zur Hymne! Daher würde ich diesen Song empfehlen, damit der auch gleich mitgesungen werden kann. „The Fog“ macht ebenfalls richtig Bock und bleibt beim Durchhören immer wieder hängen.

Recording!
Im Vergleich zum Vorgänger „Hardcore Lives“ ist die Produktion ein wenig cleaner und aufgeräumter. Das passt natürlich gut ins neue Vocal-Konzept. Ich würde behaupten, das man besonders an dieser Stelle die Handschrift von Produzent Tim Timebomb raushört, denn die Hooks, die auf „For The Cause“ in den Vordergrund rücken, kommen einfach noch mal fetter, ohne dass in den klassischen HC-Songs der Bums verloren geht.

Fazit!
„For The Cause“ ist definitiv anders als die Vorgänger, abwechslungsreicher und auch eingängiger. Der neue Longplayer überzeugt vor allem durch die Vielfalt, die durch den Gesang, die Gastsänger und neuen Elemente getragen werden. Freddy meint dazu übrigens Folgendes: „Wie wächst man als Band oder als Person, wenn man kein Risiko eingeht? Wir fühlen uns uns selbst und allen anderen verpflichtet, uns weiter zu entwickeln. Wir sind auf diesem Album mehr Risiken eingegangen als bei jedem vorherigen und wir sind glücklich darüber!“

Dem kann ich nur noch hinzufügen: Kauft euch das Ding und gebt „For The Cause“ eine Chance, auch wenn eure eingerosteten Hardcore-Alarm-Glocken läuten, weil man den altbekannten Weg verlassen hat. Es lohnt sich, versprochen.

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