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EP-Review: Words Of Revolt

Words of Revolt aus Lahr/Offenburg tauchen in so manch einem Artikel im Amplifier auf. Ob als Band, in einer Review oder in Interviews: Der Name macht die Runde, und das bestimmt nicht nur in unserem kleinen Musikblog. Bereits Ende Mai haben die fünf Herren ihre erste EP „Same World – Different Sides“ auf den Markt gebrezelt und nun haben wir endlich auch die Zeit gefunden, uns damit auseinanderzusetzen.

Das Auge hört mit!
EP-Review - Words of Revolt - Same World - Different SidesBevor man seine Ohren den Songs widmen kann, wird man ja meistens mit dem Cover-Artwork der Platte konfrontiert. Egal ob in physischer Variante beim Auspacken, oder also Titelbild beim Download. Words Of Revolt scheinen an dieser Stelle Freunde einer klaren Message zu sein, denn das Titelbild der EP zeigt zwei Kids, die einen Blick über eine mit stacheldrahtbesetzte Mauer wagen. Die Farbigkeit unterstreicht diese Szenerie noch einmal, denn hinter der grauen, trostlosen Mauer verbirgt sich ein fröhlicher, hellblauer Himmel (Auf der Rückseite ein roter Himmel). Plakativer und eindeutiger hätte man den Titel wohl nicht skizzieren können. Das kommt sehr cool und trifft es in Sachen Aktualität wohl auch ziemlich auf den Punkt.

Das Einzige, was mich in diesem Gesamtbild ein wenig stört, sind die Schriften. Beim Bandnamen sollte man vorab bereits wissen, dass es Words Of Revolt heißen soll, denn das letzte Wort ist quasi nicht zu entziffern. An dieser Stelle sind sicherlich nicht alle meiner Meinung, aber gerade als Newcomer will man sich ja einen Namen machen. Was aber, wenn den niemand lesen kann?

Der Titel hätte in der Gestaltung auch ein wenig raffinierter in das Gesamtkonzept eingebaut werden können, denn alleine mit einem Graffiti-Font und ein wenig Schatten wirkt das Ganze ein wenig plump.

Mucke Mucke Mucke!
Auf dieser EP ist sehr viel Mucke zu finden: Mit sechs Songs und einem Intro liegen Words Of Revolt definitiv über dem Standard, das gefällt dem Zuhörer inklusive mir natürlich gut. Dafür, dass das Quintett erst seit anderthalb Jahren existiert, harmonieren die Songs auch erstaunlich gut zusammen. Viele Bands sind zu Beginn meist noch in der Findungsphase und experimentieren noch mit den Einflüssen, die jeder in die Band mitbringt, aber hier klingt es von Anfang bis Ende nach einer runden Sache, ich möchte fast schon vom roten Faden sprechen…

Words Of Revolt machen Hardcore – Mit dieser Aussage hätte ich es mir viel zu leicht gemacht, denn die Band lässt in jeden Song noch ein wenig Metal und Punkrock einfließen, und das tut den Songs gewaltig gut. Die beiden Klampfer Louis und Maxi harmonieren gerade in den punkigen Riffs gut, packen gerne mal zweistimmige Melodien aus und brechen bisherige Song-Strukturen auf. Gerade der Track Mindless passt an dieser Stelle wirklich gut als Beispiel. Noch einen Beweis dafür, dass es nicht nur eine Hardcoreplatte ist?
Der Song „Cutback“ startet mit einem untypischen Gitarrensolo, dass man eher aus dem Punkrock kennt.

Aber gut, natürlich kommen auch Hardcorefans auf ihre Kosten, denn „Wounds“ zieht eher wieder in Richtung „Parkway Drive“. Ansonsten gibt es viele Breakdowns, viele Gangshouts und den einen oder anderen Subdrop, der heutzutage ja quasi nicht mehr fehlen darf.

Die Vocals sollte man an dieser Stelle auch noch kurz erwähnen. Bereits in der letzten Review habe ich die Stimme von Nicolas als variabel hervorgehoben und so sehe ich das immer noch. Wir reden hier natürlich nicht von epischen Clean-Vocals à la Iron Maiden, aber vom Shout bis zum Pig-Squeeze ist wirklich alles dabei und das macht die sechs Songs spannend. In Zeiten, wo alle Bands klingen, als hätten sie die selbe „How-To-Sound-As-A-Hardcore-Band“-Anleitung heruntergeladen, bin ich wirklich froh über jede Abwechslung.

Anspieltipp?
Hier sollte ich sicher den gleichnamigen Track zur EP nennen, denn „Same World – Different Sides“ ist für mich die Hymne der Band. Und das haben Words Of Revolt auch bemerkt, denn sie haben im Juli ein Video dazu veröffentlicht, das ihr HIER ansehen könnt. Mir persönlich gefällt auch „Collapse“ mit dem Gesangswechselspiel im Refrain wirklich gut, also würde ich da auch mal einen auditiven Blick drauf werfen. Und wie klingt die Aufnahme selbst?

Recording!
„Same World – Different Sides“ klingt nach einer EP, und das darf sie auch! Das instrumentale Gerüst der Songs könnte sicherlich mehr Bums vertragen, aber so klingt es handgemacht und ehrlich, und das kommt der Band sicher zugute. An der Qualität der Vocals hätte man aber sicherlich noch ein wenig feilen können: Die sind zwar wirklich ein Brett und das hört man bereits im Intro schon, aber man versteht leider sehr wenig von den Lyrics, was ich persönlich immer Schade finde.

Fazit!
Guter erster Output, der die Richtung zeigt, in die es für Words Of Revolt in den nächsten Wochen/Monaten/Jahren geht. Die EP macht Laune, ist vielseitig und ist mit sechs Tracks und Intro fast schon eine LP. An manchen Stellen darf noch ein wenig gefeilt werden, aber die Jungs machen in anderthalb Jahren schon vieles richtig.

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