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Architects – Holy Hell

Da ist es also. Morgen erscheint das neue Album „Holy Hell“ der Architects. Selten habe ich einem Release so entgegengefiebert wie diesem. Zum Einen, weil ich die Musik der Band aus Brighton sehr mag, aber zum anderen natürlich auch aus den bekannte Umständen. Tom Searle, der vor zwei Jahren an Krebs starb, war von Beginn an Mastermind hinter den Songs. Wie würde die Band also auf dem neuen Album klingen? Wir haben ein Tag vor der Veröffentlichung reingehört.

Architects - Holy HellDas Auge hört mit
Es ist ja mittlerweile gang und gäbe, dass der Bandnamen (zumindest bei größeren Acts) gar nicht mehr auf dem Cover zu sehen ist. Auch hier ist das so, und das Motiv bildet eine Art abstraktes Mandala. Diese Stilelemente sind nicht neu im Hause Architects, sie ziehen sich nun schon seit ein paar Jahren durch diverse Videos & Artworks. Man hat das Gefühl, dass diese Elemente jedoch immer kleinteiliger werden (wenn man genauer hinschaut, hat das Teil schon fast eine kupferstichartige Struktur. Im Vergleich wirken die Elemente im Video von „Naysayer“ noch deutlich aufgeräumter). Das Cover bietet mit Hilfe dieser Abstraktheit natürlich viel Interpretationsspielraum: Sieht man in der Mitte ein Kreuz? Würde ja entfernt zum Titel passen, aber gut: da kann vermutlich jeder etwas Eigenes rauslesen.

Mucke Mucke Mucke
Das Album startet mit dem Titel „Death Is Not Defeat“. Was eine Message, was ein episches Intro, das sich in Fragmenten durch den ganzen Song zieht. Danach gibt es „Hereafter“, das ja bereits veröffentlicht wurde. Allgemein waren die Architects vorab sehr umtriebig, denn sie haben bereits vier Songs veröffentlicht: Neben dem genannten Track gab es auch zu „Doomsday“, „Modern Misery“ und „Royal Beggars“ bereits Videos, daher will ich eher auf die anderen Nummern eingehen.

 

Als ich das erste Mal das Album durchgehört habe, sind mir tatsächlich die Nummern aufgefallen, die noch nicht released wurden. „Mortal After All“ hat eine spannende Hook im Refrain, die von Streichern untermalt wird, während Titel Nr. 9 „The Seventh Circle“ komplett aus Shouts besteht und in knapp 1:50 min durchgehend auf die Mütze geht. Für mich bleibt „Doomsday“ als vorletzte Nummer die stärkste Nummer überhaupt, in diesem Song stimmt für mich wirklich alles, aber: „Dying To Heal“, der Titeltrack „Holy Hell“, oder aber die letzte Nummer „A Wasted Hymn“ wären für mich genauso spannende Singles gewesen. Hier sind es die Architects, die ich gerne höre: Vollgas, dann aber auch mal wieder etwas heruntergefahren mit cleanen Vocals und epischen Instrumentalparts.

Anspieltipp
Wenn ihr euch die Platte holt, dann würde ich (Stand heute) nach mehrmaligem Hören „Dying To Heal“ oder „Holy Hell“ empfehlen, wobei mir ein einziger Tipp auf dieser Platte recht schwerfällt. Für alle anderen kann es nur eine Antwort geben: Doomsday

 

Recording
Es klingt nach Architects! Das ist wohl das Wichtigste an dieser Stelle. Das Songwriting ist unverkennbar, es werden auch wieder sphärische Einspieler verwendet und in den Vocals wird gewohnt abgewechselt zwischen Shouts und Hooks. Die Soundqualität ist natürlich wieder übermäßig gut und knüpft direkt beim Vorgängeralbum an. Die Band hat übrigens noch ein paar Ideen von Tom auf „Holy Hell“ untergebracht. Das gab Dan in einem Interview bekannt. Welche Songs das betrifft, wird allerdings nicht verraten, da sie ihre Fans nicht beeinflussen wollen.

 

Fazit
Die Architects schaffen es „Holy Hell“ zu einem würdigen Nachfolger zu „All Our Gods Have Abandoned Us“ zu machen, ohne neue Schnörkel oder musikalische Überraschungen. Unter den bekannten Umständen ist das wirklich eine Meisterleistung und das Einzige, was zählt. Legt euch die Scheibe zu, und ihr werdet gleich merken: Death is not defeat!

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