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WIZO im Haus der Jugend Freiburg

Was ist denn hier los? Noch kein Konzertbericht in 2026? Das müssen wir schleunigst ändern, und was würde sich besser eignen als die WIZO? Die Band hatte sage und schreibe 48 Konzerte in neun Wochen untergebracht und hier in Freiburg zum Endspurt angesetzt. Das letzte Mal so nah kam uns die Band 2016, als sie im D.O.G. Lahr zu Besuch waren, aber lass erstmal bei der nicht ganz unbekannten Vorband beginnen.

Montreal durfte einige Shows als Support mitfahren und auch im Haus der Jugend den Abend eröffnen, was viele Konzertbesucher*innen offensichtlich sehr gut fanden, denn gleich mit den ersten Akkorden fingen auch die ersten zu singen an. „15 Jahre“, „Katherine Katherine“ und „Kino“ waren unter anderem Teil der Setlist und der bekannte Humor blitze hier und da auch auf. Die Band zockte ihr Set aber sehr zügig durch und hielt die Pausen bewusst etwas kürzer. Mit großem Applaus und ein paar Zugabe-Rufen ging es zügig weiter ins Hauptprogramm.

Der WIZO enterte pünktlich um 21 Uhr mit Licht auf dem Rücken die Bühne und startete den Abend direkt mit „Raum Der Zeit“, weshalb die feiernde Meute auch direkt am Pogen, Singen und Tanzen war. 2016, in der letzten Review zur Band, hatte ich Folgendes geschrieben: „Ich habe selten so ein bunt gemischtes als auch textsicheres Publikum gesehen: Vom Iro, über das Polohemd, bis hin zur Halbglatze war wirklich alles vertreten, und jeder konnte alle Texte auswendig.“ Dem ist eigentlich nur noch die Altersspanne hinzuzufügen, denn diesmal waren unter den Stage Divern ca. 10 Jährige Kids (mit Iro versteht sich), die auch jedes Wort mitgröhlen konnten. Vom Kind zum „Fast-Rentner“ war alles dabei.

Musikalisch war das – wie gewohnt – ein Feuerwerk aus vierzig Jahren Band-Dasein: Da war von „Kadett B“ (1992) bis „Rakäthe bringt das Licht“ (2025) wirklich alles Wichtige (für mich) dabei. Solide zwei Stunden gab es auf die Augen und auf die Ohren, und als die Band von der Bühne ging ohne „Die Letzte Sau“ anzustimmen, wussten alle, dass es noch Zugaben gibt. Wenn man sich nun nochmal in Erinnerung ruft, dass 48 Konzerte in 63 Tagen gespielt wurden, ist das physisch und auch psychisch eine krasse Leistung. Normalerweise zocken tourende Bands, wenn es gut läuft, eine Stunde, mehr aber auch nicht.

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Zu guter Letzt muss man auch wieder das „Bühnenbild“ erwähnen. Das ist in Anführungszeichen gesetzt, denn das umfasst nicht nur klassisch den Backdrop und die Boxen, sondern auch die Instrumente bis hin zu Axel Kurths Haarfarbe. In Summe mit Sternchenwerfer, Licht-Setup, aufblasbaren Atompilzen und schutzanzugtragender Crew, die zum Klatschen animierte, ist so eine WIZO-Show wirklich ein tolles Erlebnis. Daher: Kommt gerne wieder zurück und lasst euch bitte nicht wieder zehn Jahre Zeit!

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