Das Stimmen-Festival in Lörrach wurde in unserem Onlinemagazin noch nicht allzu oft erwähnt, die Sportgitarren-Dichte ist nicht immer so hoch wie in diesem Jahr. Dieses Mal sind wir aber nicht drumherum gekommen, den großartigen Abend mit den Donots und den H-Blockx mit eigenen Augen zu sehen und für euch zu dokumentieren.
Los ging es zunächst mit Gringo Mayer und der Kegelband, einem Kontrast als Opener, wo ich mir nicht so sicher war, ob das gut funktionieren wird. Ich selbst habe den Mannheimer noch nie live gesehen und kannte nur Ausschnitte, Fotos etc. Nach 2–3 kurpfälzischen Songs hatte ich aber direkt verstanden, warum der Name des Öfteren meine Wege kreuzt: Die Musik hat Witz, wird von einem hervorragenden Künstler & Band authentisch performt und macht einfach Laune anzuschauen. Ich selbst bin nicht der größte Fan von Dialekt im musikalischen Sektor, muss aber gestehen, dass Songs wie z. B. „Gibt’s Do’ Net“ mich abgeholt haben. Das Set war daher sehr kurzweilig und ja: Gringo Mayer und die Kegelband würde ich mir wieder reinziehen.
Weiter ging es mit dem Hauptgrund, weshalb ich heute in Lörrach war: H-Blockx. Die Band aus Münster habe ich im Vergleich zum Hauptact nicht schon an die 5.000 Mal gesehen, sondern hier und heute zum ersten Mal. Als „Time To Move“, „Discover My Soul“ und „Fly Eyes“ rauskamen, liefen die Platten bei uns zu Hause hoch und runter. Los ging die Show mit „STRAIGHT_OUTTA_NOWHERE“, einem meiner Favoriten von der neuen Platte, und das Publikum war direkt am Start. Danach folgten ca. 45 Min mit allen Hits, die die Band in petto hat, und was ging bitte ab, als das Riff von „Move“ startete? Spätestens ab da war richtig Remmidemmi. „Risin’ High“ erzeugte die selbe Energie. Eine Nummer hat mich dabei besonders gefreut: „Little Girl“. Diesen Song hatte ich komplett vergessen und quasi seit diesem Abend wieder neu entdeckt. Henning betonte in regelmäßigen Abständen, wie schön es in Lörrach war und hatte das Publikum zu jeder Zeit im Griff: Es wurde geklatscht, gestanzt, genickt, gesprungen, usw. Zu guter Letzt gab es das wohl berühmteste Cover der H-Blockx „Ring Of Fire“, und mit der letzten Umbaupause wurden die dunklen Wolken am Himmel immer größer. Spoileralarm: Die Umbaupause war länger als das Set des Headliners.
Zu guter Letzt: Die Donots. Zum „Heut ist ein guter Tag“-Intro, in dem der Weltuntergang angekündigt wird, wurde auch der Wind stärker (besser kann man das ja nicht inszenieren, liebe Donots!) und auf der Bühne haben Ingo und Guido in den ersten 2,5 Songs schon ordentlich Kilometer gut gemacht. Während „Auf sie mit Gebrüll“ und „Wake The Dogs“ das Publikum in Wallung brachte, ist irgendwo in nicht allzu weiter Entfernung der erste Blitz runtergegangen. Und dann war es das. Ingo hat sinnvollerweise direkt den Song gestoppt, am Bühnenrand wartete schon der Veranstalter mit dem Mikro in der Hand. Abbruch, Feierabend, alle sollten schnellstens das Gelände verlassen, und die Hoffnung auf einen Neustart wurde auch gleich im Keim erstickt.
Die Donots gelobten, dass sie den Ausfall irgendwann wieder gut machen würden. Der Abend nahm somit ein sehr unschönes, wenn auch nötiges Ende. Als Trostpreis haben wir einige Bilder am Start, damit ihr euch vorstellen könnt, wie es in Lörrach hätte sein können bzw. wie es aussehen wird, wenn die Donots die Show nachholen.