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Ist Metal- & Hardcore zu modern für Freiburg?

Bild: More Than A Thousand (R.I.P) aus Portugal würden das Crash sicherlich zum Kochen bringen. ©Niklas Niessner Fotografie

Freiburg, die Metropole des Südens bietet neben den ganzen Touristen-Klischeés wie gutem Wein, Sommer & Bächle auch eine stark wachsende alternative Musikszene. Neben den bekannten Anlaufstellen wie Walfisch, Café Atlantik & Slow Club gibt es immer mehr kleinere Veranstalter, die mit viel Herzblut und wenig Kohle Konzerte auf die Beine stellen. Viele hiervon finden in der KTS statt, aber auch im Crash oder im White Rabbit gab es schon einige interessante Bands aus der ganzen Welt zu bestaunen. Doch wo bleiben Bandsgrößen wie The Ghost Inside, Northlane, Stick To Your Guns oder aber Obey The Brave?

Besteht in unseren Stadt kein Interesse? Funktionieren bei uns nur Bands, die ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum feiern? Ist die Neuauflage von Metalcore & Hardcore einfach zu modern für unser großes Dorf?
Ich habe im Intro bewusst The Ghost Inside erwähnt, denn vor gut zwei Jahren waren die Amis zusammen mit Caliban auf Tour und im Crash zu Gast. Als ich damals so gegen 20 Uhr aufkreuzte, war der Konzertraum bereits richtig gut gefüllt. Man muss hier dazusagen, dass es Juni war, bei sommerlichen Temperaturen. Das sagt wohl schon alles. Naja, die Leute haben jedenfalls gefeiert, getanzt, geschwitzt und vor allen Dingen die willkommene Abwechslung genossen.

Dieses Jahr spielten Kingdom of Giants mit Burning Down Alaska auf der selben Bühne. Klar, das sind hier natürlich überhaupt keine Größenvergleiche, aber die Genrerichtung ist offensichtlich eine Ähnliche. Und auch dieses Mal war die Location gut gefüllt, nicht so voll wie zwei Jahre zuvor aber auch hier war das allgemeine Interesse zu erkennen. Warum also nicht mehr davon?

Ist Freiburg etwa für Agenturen wie Avocado/Kingstar Music oder Plattenfirmen wie Redfield/Goodfight Entertainment einfach uninteressant?
Das dürfte wohl eine der Kernfragen sein, die man sich stellen sollte. Warum touren Bands im großen Bogen um Freiburg herum? Hat die Breisgau-Metropole überhaupt so etwas wie einen Ruf in dieser Szene, oder nimmt man unsere Punk/Green City/Schwarzwald-Stadt ernst auf diesem Gebiet? Diese Frage stelle ich mir jedes Mal, wenn Bands ihren neuen Tourplan veröffentlichen und man sich wieder ins Auto setzen muss, weil Stuttgart oder eben Karlsruhe einen Zwischenstopp ergattert haben.

Gibt es keine Locations hierfür?
Live-Clubs gibt es wohl genug, die das ganze Jahr über nur so vor Bands platzen. Vom Slow Club bist zum Crash ist so ziemlich jede Größenordnung dabei, danach wird es happig. Das nächst größere ist dann wohl die Wodanhalle, die für solche Konzerte nicht verwendet wird, und danach der Zäpfle Club. Die Rebellion Tour vor eine Jahr wurde zwar vom Walfisch organisiert, fand aber im D.O.G. in Lahr statt. Klar, bei solchen Touren wo gleich drei bis vier namenhafte Bands vor Ort sind, wird es in Freiburg eng, aber warum nicht auch mal „kleinere“ Bands à la More Than A Thousand, Any Given Day oder Vitja? Hier würde doch ein Atlantik oder ein Crash sicherlich genügen?!?

Gäbe es denn überhaupt Show-Promoter?
Interessenten gäbe es sicherlich genug, nur ist das natürlich immer eine Frage des Budgets. Viele kleinere Booker veranstalten sich bereits jetzt schon um Kopf & Kragen, denn die Kohle ist für Punkrock, Metal & Hardcore Shows knapp. Und wie sieht es mit etablierten Veranstaltern in unserer Stadt aus? Die setzen wohl eher auf altbekannte Namen, die sich schon seit ein bis zwei Jahrzehnten im Business tümmeln und Freiburg bereits auswendig kennen. Wer will es ihnen auch übel nehmen, es funktioniert ja schließlich und ist gleichzeitig mit weniger Risiko verbunden.

Fazit: Kein bisschen schlauer als vorher?
Freiburg hat Veranstalter, Locations, und auf Tour bekommt man die eine oder andere Band sicher auch für einen akzeptablen Preis. Vielleicht müssen wir einfach mal ein wenig offener werden & auch mal Bands spielen lassen, die nicht bereits jeder kennt seit er 15 Jahre alt ist. Vielleicht müssen wir hier einfach mal etwas riskieren um so ein Bein in die Metalcore/Hardcore-Türe zu bekommen!? Vielleicht folgen danach Anfragen der oben genannten Agenturen? Vielleicht liege ich aber auch einfach komplett daneben! Was denkst du, wo siehst du den Grund für den Sicherheitsabstand rund um Freiburg?

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