Reviews

Bad Cop Bad Cop im Crash Freiburg

Seit ich Anfang der 2000er über die „Fat Music for Fat People“-Sampler gestolpert bin, bin ich großer Fan von Fat Wreck Chords. So lag es also auf der Hand, dass ich mich an diesem Freitagabend auf den Weg ins Crash machte, um mir Bad Cop Bad Cop (seit 2014 auf Fat Mikes Label) reinzuziehen. Ich kenne bereits ein paar Songs des Ladies-Quartetts aus Los Angeles, hatte sie davor aber noch nie live gesehen.

Los ging es mit dem Support Act Svetlanas. Die Band rund um Sängerin Olga betrat die Bühne schon bevor ich im Crash ankam. Daher habe ich den Anfang leider verpasst, aber konnte dennoch einen Großteil des ca. 30-minütigen Sets anhören. Die Mailänder*innen bezeichnen ihre Musik als Trashcore und Punkrock, was es schlussendlich auch auf den Punkt trifft. Treibende Punkrock-Rhythmen mit Breakdown-Parts, die mich teilweise an den Crossover der Anfang 2000er erinnerten, in Kombination mit Olgas rauen Vocals und Shouts machen den Sound des Quartetts einzigartig. Die Sängerin am Mikro verstand es zudem, die Crowd in ihren Bann zu ziehen und eine energiegeladene Show abzuliefern. Falls ihr noch nie was von der italienischen Band gehört habt, solltet ihr sie auf jeden Fall mal auschecken.

Nach einer kurzen Umbaupause ging es weiter mit Bad Cop Bad Cop. Bereits beim ersten Song ist mir aufgefallen, dass der Sound bei den Damen aus Kalifornien an diesem Abend ausgezeichnet abgemischt war, was im Crash-Keller leider nicht immer der Fall ist. Die Band rund um Sängerin Stacey Dee wurde 2011 gegründet und hat seither vier Alben veröffentlicht. Das neueste Album „Lighten Up“ kam in diesem Jahr raus und ist auch der Anlass für die knapp zweiwöchige Europa Tour. Was vermutlich mitverantwortlich für den guten Sound war, ist die Tatsache, dass die Band extrem gut eingespielt ist und die Songs dem Publikum sehr tight in dem knapp einstündigen Set (ca. 20 Songs) vor den Latz knallten. Das machte vom ersten Ton an großen Spaß zuzuhören und auch zuzusehen. Thematisch setzt sich Bad Cop Bad Cop größtenteils mit den Themen Feminismus und der aktuellen politischen Situation in den USA auseinander. In den Ansagen und in den Lyrics wird schnell klar, dass das Quartett eine antikapitalistische Grundeinstellung vertritt. Unterm Strich klingen sie genauso, wie man sich eine melodische kalifornische Punkrock-Band aus dem Hause Fat Wreck vorstellt, und doch sind auch Bad Cop Bad Cop einzigartig. Das war ein grandioses Konzert und ich wäre höchst erfreut, wenn zukünftig wieder mehr Bands aus diesem Genre einen Zwischenstopp in Freiburg einlegen würden.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert