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Agnostic Front im Crash Freiburg

Agnostic Front ist nur einmal im Jahr

Wie ich bei meiner letztjährigen Review zur Agnostic Front Show bereits vermutet hatte, spielten die New Yorker Hardcore-Legenden auch diesen Sommer wieder im Crash Freiburg. MBC Tourbooking sei Dank, dass die Herren um Roger Miret und Vinnie Stigma einmal im Jahr einen Stopp in unserer Stadt einlegen – und das bereits seit über 20 Jahren. Auch dieses Mal war Selfish Hate als Support am Start. Einzige Änderung zum Vorjahr war Support Act Nummer 1: Whatever It Takes.

Der Startschuss zur ersten Band des Abends fiel dann auch schon kurz nach meinem Eintreffen gegen 19:45 Uhr. Whatever it Takes aus Belgien waren eigens für den Gig nach Freiburg angereist und eigentlich schon im Urlaub, weshalb die Band wohl auch nur als Trio anstatt als Quartett auftrat. Ohne Bass legten die Herren sehr brachial los und hielten diesem auch das ganze Set über Stand. Wenn ich es richtig recherchiert habe, besteht die Band seit knapp 20 Jahren. Auf Ihrer Bandcamp-Seite betitelt sich die Band folgendermaßen: „A Mixture of Clubber Lang, Bulldoze & Dying Fetus, with a touch of Next Step Up & All Out War – Realness at 101% !! Hardcore mentality, Gym Culture & Football Attitude.“ Ich hätte es selbst nicht besser beschreiben können. Hört das auf jeden Fall mal rein. Es lohnt sich!

Nach einer kurzen Umbaupause betraten die FRHC-Legenden von Selfish Hate die Bühne. Mit im Gepäck waren dieses Mal auch einige Songs vom brandneuen Album „Empty Promises“, das kürzlich veröffentlicht wurde. Solltet ihr von der neuen Scheibe noch nichts gehört haben, solltet ihr hier mal einen Blick in unsere Review werfen. Sänger Simon hatte auch in diesem Jahr wieder die schnellen Schuhe an und legte einige Kilometer auf der Bühne zurück. Vielleicht hat er sich ja auch getrackt und kann in den Kommentaren mal kurz erwähnen, wie viele Kilometer bzw. Schritte es schlussendlich waren!? Bei Selfish Hate merkt man auf jeden Fall auch, dass sie das nicht erst seit gestern machen. Das war eine gewohnt stabile Show der Freiburger und die neuen Songs knallen live auf jeden Fall nochmal einen Ticken mehr als auf Platte. Zieht euch die neue Scheibe unbedingt mal rein!

Nach einer weiteren kurzen Umbaupause betraten Agnostic Front, die Godfathers of Hardcore, die Bühne. Solltet ihr die gleichnamige Doku dazu noch nicht gesehen haben, dann holt das gleich mal nach. Es lohnt sich! Gestartet wurde die Show an diesem Abend mit dem Song „Peace“ aus dem von Jamey Jasta produzierten „Another Voice“-Album, das dieses Jahr auch schon seinen 20. Geburtstag feiert. Das war ein perfekter Einstieg in ein knapp einstündiges Best-Of der letzten 40 Jahre Agnostic Front. Was mir diesmal auffiel, war die extreme Spielfreude der Herren auf der Bühne. So gingen Roger, Vinnie und Mike nach den ersten paar Songs von der Bühne runter direkt in die Crowd, um dann den Mittelpunkt des darauffolgenden Circle Pits zu bilden. Man sollte hier nicht vergessen, dass Vinnie Stigma dieses Jahr seinen 70er feiert und Roger Miret letztes Jahr 60 wurde. Das alles in Kombination mit der Dynamik, die die Herren auf der Bühne hinlegen, finde ich mehr als faszinierend. Mitte des Sets wanderte Rogers Mikrofon zu Vinnie, der mit „Pauly the Dog“ und „Power“ zwei Songs an den Vocals zum Besten gab. Unterstützt wurde er dabei von den beiden jüngsten Konzertteilnehmern, die sich danach mit einem Stagedive von der Bühne verabschiedeten. Nach einem hymnenreichen Abend wurde wie immer mit dem Ramones-Cover „Blitzkrieg Bop“ das Konzert beendet und ich freue mich jetzt schon auf die Agnostic Front Show im Sommer 2026. Vielleicht gibt’s dann ja auch noch ein neues Album dazu, das momentan wohl in der Mache ist.

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