Van Holzen waren wieder einmal zu Gast und haben es geschafft, mit der vierten Show in Freiburg die vierte Venue zu bespielen. Nach dem Haus der Jugend, der Sick Arena und dem Räng Teng Teng war dieses Mal der Waldsee der Austragungsort und stand der Band deutlich besser als zuletzt der kleiner Keller in der Innenstadt. Los ging es aber zunächst mit dem Supportact.
ELL haben pünktlich um 20 Uhr angefangen und gleich mal gezeigt, warum sie sich „Krachpop Duo“ auf die Fahnen schreiben: Die Band besteht aus Lisa-Anna am Bass, die „Royal-Blood-like“ nicht nur die tiefen Frequenzen bedient, sondern gleichzeitig eine Art Rhythmus-Gitarre mit ihrem Instrument abbildet. An den Drums sitzt Lennart, der mit seinen treibenden Beats von der ersten Minute weg das Publikum zur Bewegung brachte. Als Support hat man es unter Umständen nicht immer leicht dem Publikum einzuheizen, doch davon war hier keine Spur: Es wurde getanzt, es wurde gesungen, die Stimmung war direkt da. Zwischen den Songs hat das Duo auch fleißig ihre Ansagen genutzt, um noch mehr Interaktion in den Waldsee zu bringen.
Weiter ging es mit Van Holzen und ich habe mir folgende Fragen gestellt: Was hat sich im Vergleich zu den letzten Shows geändert und was blieb gleich? Wir fangen mit den Gemeinsamkeiten an: Die Mitglieder sind natürlich immer noch die selben, der Song „Herr der Welt“, immer noch einer meiner Favoriten, war wieder mit von der Partie und auch das Publikum war, wie beim letzten Mal, bunt gemischt: Von kleinen Kids, die mit ihren Eltern da waren, bis hin zu ca. Anfang 50-jährigen (offensichtlich Fans der Band, ohne Nachwuchs), war alles vertreten. Gleich waren auch wieder die Laternen über den Köpfen von Flo, Skinner und Jonas, die im Rang noch etwas seltsam wirkten. In der größeren Venue und mit mehr Luft drum herum hatte das Setup aber deutlich besser funktioniert.
Was war neu? Hier gibt einen Punkt, den ich nennen muss: „Solang die Erde sich dreht“. Das neue Album von Van Holzen ist für mich persönlich das beste und auch vielseitigste, was sie bisher herausgebracht haben. Davon gab es jede Menge Songs, die nicht nur bei mir gut ankamen: „Nichts geworden“, „25“, „Gedanken neu“ (Zugabe) und „Himmel“ waren Bestandteil der Setlist. Auch mein Favorit „Gut Genug“ fand den Weg in den Waldsee und ich war sehr gespannt, wie sie mit dem Lance Butters Feature umgehen würden. Statt des Rap-Parts gab es ein fettes Instrumental, das mir super gut gefiel. Gerade in Zeiten, wo Bands versuchen ihre Album-Aufnahmen 1:1 wiederzugeben, tut etwas Abwechslung dem Live-Gedanken sehr gut.
Neben den neuen Songs gab es auch ein paar ältere Tracks, zum Beispiel wurde als weitere Zugabe „Tauchen“ gezockt und auch Lisa-Anna von ELL durfte einen Track mit dem Ulmer Trio performen. Was für eine gute Show!
An der Stelle wünsche ich Flo & Skinner noch gute Besserung, die beiden liegen leider flach und können die letzten drei Shows der Tour nicht spielen. Doch es gibt direkt Ersatztermine:
12.01.26 – Dortmund – FZW Club
13.01.26 – Hamburg – Bahnhof Pauli
14.01.26 – Berlin – Lido